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Der Morgen (frei nach Alexander Solschenizyn)


Was empfängt die Seele in der Nacht?
Freiheit erlangt sie in der statischen Starre des Schlafs.
Was empfängt die Seele in der Nacht?
Die Freiheit, den ur-reinen Raum zu durchschreiten,
dort abzuwaschen des Tages, der Jahre Allnichtigkeiten.

Makellos kehrt sie zurück,
zeigt dir im schneeweißen Kleid
des Morgens Ruhe und Klarheit.
Gedanken! O, welche Gedanken erstrahlen in ungeahnter Schärfe,
Lichtkeime weißer Lilien im ewigen Wasser.
Gesegnet! O, seid gesegnet Ihr Augenblicke.
Aus Meeren tiefster Weltennacht,
weit tiefer als der Tag gedacht,
durch Hypnos’ Flammen neu entfacht
steigt sie auf:
Unendliche, vergängliche Geistesmorgenpracht!


 

 

The morrow (freely adapted from Aleksandr Solzhenitsyn)  

What receiveth soul deep in the night?
Freedom she gaineth in the statical numbness of sleep.
What receiveth soul deep in the night?
Her freedom to cross the primal-pure spaces, 
yonder to wash off these day's, those years' all-vanities.

Spotlessly she cometh back,
sheweth thee in snow-white gowns
the calm and clearness of morrow.
Cogitations! Oh, which cogitations art gleaming in unforeseen sharpness,
white lilies' light-germs in perennial waters.
Be blessed! Oh, be blessed ye sacred moments.
From seas of deepest universal night,
which deeper art than day's delight,
by Hypnos' flames brought to new life
she ascends:
Unlimited, though short-lived brightest morn of mind!

© 2007 Frank Fojtik 

Frank Fojtik | info@frankfojtik.com